Vorsicht vor Wühlmäusen

vole-426793_640Plötzlich welkende Sträucher und Bäume, die ohne ersichtlichen Grund umfallen, und das Ausbleiben von Zwiebelpflanzen im Frühling haben nicht selten dieselbe Ursache: Wühlmäuse waren am Werk. Doch auch wenn der Baum schwer angegriffen wurde, kann dieser unter Umständen noch gerettet werden.

Dazu ist es nötig, den Stamm etwa 30 cm oberhalb der Veredelungsstelle abzuschneiden und den restlichen Stumpf an anderer Stelle wieder einzupflanzen und durch einen Drahtkorb zu schützen. Die Wühlmaus ist in unseren Gärten besonders rege aktiv. Es gibt hierzulande drei Unterarten, diese werden bis zu 20 cm groß, mit Schwanz bringen sie es auf etwa 30 cm.
Auffällig wirken sie vor allem durch ihre stumpfe Schnauze und die kleinen dunklen Augen, von Ohren ist fast gar nichts zu sehen.

Eine Maus ist das ganze Jahr über aktiv und legt unter der Erde nicht selten ein 30 m langes Gangssystem mit Höhlen an. Wühlmausgänge sind im Gegensatz zu denen von Maulwürfen hochoval, fünf Zentimeter breit und besitzen glatte Wände. Diese Gänge sind frei von Pflanzenwurzeln.

Aufspüren kann man diese Gänge übrigens mit einem fingerstarken Holzstück, das an verschiedenen Stellen 30 cm tief in den Boden gerammt wird. Sollte der Stock plötzlich nachgeben, befindet sich dort wahrscheinlich ein unterirdischer Gang von Wühlmaus oder Maulwurf. Maulwürfe sind allerdings geschützt und dürfen nicht getötet werden. Ob es sich tatsächlich um eine Müllmaus handelt, ist daran zu erkennen, dass ein geöffneter Gang bald wieder verschlossen wird und ein zur Kontrolle hingelegtes Apfelstück verschwunden ist. Müllmäuse sind ausschließliche Pflanzenfresser mit einer Vorliebe für Wurzeln, Knollen und Zwiebeln. Vor allem sind die Wurzeln junger Apfelbäume, aber auch Tulpenzwiebeln beliebt.

Eine erfolgreiche Bekämpfung sollte ganzjährig und am besten in Abstimmung mit dem Nachbarn erfolgen, sonst wandern in die verwaisten Gänge schnell neue Tiere ein. In Privatgärten haben sich Fallen sehr gut bewährt, insbesondere die sogenannten Kastenfallen. Diese werden zunächst gründlich mit Erde eingetrieben, um einen neutralen Geruch zu ermöglichen. Dann bestückt man diese mit einem Köder, wie zum Beispiel einem Stück Apfelschnitt, dieser Köder muss fixiert werden, damit er nicht abfällt.

Ein etwa 30 cm langes Gangstück freilegen, dort hinein die Falle mit der Öffnung dicht an den Gang stellen. Anschließend sämtliche Ritzen mit Erde verschließen. Diesem Köder kann die Wühlmaus kaum widerstehen, der gespannte Bügel erschlägt ihn.

Bei diesen Arbeiten sollte man Handschuhe verwenden, damit die Falle nicht menschlich riecht. Zudem können diese Tiere auch zahlreiche Krankheiten übertragen wie zum Beispiel die sogenannte Nagerpest.
Alternativ können auch spannbare Drahtfallen eingesetzt werden.